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Zehntscheuern in unseren Dörfern
Nur wenige sind im Landkreis noch erhalten. Sie sind Symbole für eine jahrhundertelange Abhängigkeit und Untertanenschaft der Bewohner. Die Zehntscheuer in Linkenheim (das Foto stammt vermutlich aus dem Jahr 1968) wurde 1730 errichtet, 1809 erweitert und war bis 1837 in bestimmungsgemäßem Betrieb. Unter Großherzog Leopold wurde in diesem Jahr die Zehntpflicht abgelöst und die Zehntscheuer verlor ihre ursprüngliche Bedeutung. Sie war in der Folgezeit abwechselnd in Gemeinde- und Privatbesitz. Heute ist der ältere Teil, Karlsruher Straße 8, in Privatbesitz, der Erweiterungsteil, Karlsruher Straße 6, ist wieder im Besitz der Gemeinde Linkenheim-Hochstetten. In Zusammenarbeit zwischen der Gemeindeverwaltung und dem Freundeskreis Heimatgeschichte Linkenheim-Hochstetten soll ein „Haus der Gemeinde“ daraus werden. Auch im Ortsteil Hochstetten gab es eine Zehntscheuer. Sie wurde 1777 erbaut und war bis 1840 in Betrieb. Danach wurde sie von der Gemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde genutzt bis zu ihrem Abbruch im Jahr 1900. An der Stelle, wo die Zehntscheuer einst stand, befindet sich heute das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde.
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